„Impfung macht frei“

Dieser Spruch provozierte vor Kurzem einige Polizeiarbeit, sowohl in Deutschland als auch in Österreich. Besonders zart besaitete Gemüter mögen diese der Warnung dienenden historischen Anspielungen geschmacklos finden. Nüchtern betrachtet ist jedoch das, was uns euphemistisch als „2G“ verkauft wird, nichts anderes als die Einführung eines Apartheidsregimes.

Erst nach einer Impfung sollen die Bürger ihre grundgesetzlich verbrieften Freiheiten und Rechte, die ihnen derzeit in nie gekanntem Ausmaß vorenthalten werden, wieder zurückbekommen. Die dazu notwendige Dokumentation in Form von „Gesundheitspässen“ ist keine neue Erfindung. Auch vor 80 Jahren gab es schon solche Pässe, mit denen die Nazis wertes Leben von unwertem unterschieden. Einschließlich aller unschönen Konsequenzen für die „Unwerten“ bis hin zu Gaskammern. Alles selbstverständlich im Namen der Volksgesundheit zum Wohle aller. Auch die KZs, Verzeihung – Quarantänelager – gibt es ja bereits wieder.

Drängen sich anhand solch drastischer Veränderungen im eigenen Land historische Vergleiche nicht geradezu auf? Natürlich will keiner der Beteiligten diese hören. Das dürfte klar sein, daher auch die hysterischen Reaktionen in der Presse, falls doch jemand irgendwo prominent historische Parallelen ziehen sollte. Getroffene Hunde bellen, wie man so schön sagt. Da soll bitte keiner mit historischen Vergleichen stören! Ein klassischer Hyperventilationsartikel, der Bezug nimmt auf die eingangs präsentierte Fotomontage eines KZ-Tores, findet sich im Traunsteiner Tagblatt. Dazu die folgende Stellungnahme.

Stellungnahme zum Zeitungsartikel „Hetzerische Fotomontage gegen die Corona-Impfung“

Ich möchte Herrn Pültz herzlich für seinen Artikel danken. Denn er demonstriert geradezu bilderbuchhaft all die derzeitigen Probleme der deutschen Medienlandschaft. Mangelnde Recherche, Kontaktschulddenken, „Haltungsjournalismus“ und ideologische Schubladen. Daher ist der Titel des Kommentars in der Tat sehr passend: Voll daneben! Gleichzeitig zeigen derartige erwartbare Angriffe unter der Gürtellinie aber auch die Relevanz der Partei dieBasis.

Ich schätze als überzeugter Demokrat die Meinungs- und Kunstfreiheit als sehr hohes Gut. Und genau damit scheint der Autor so seine Probleme zu haben. Er reagiert auf die besagte Fotomontage ähnlich wutschäumend wie manch religiöse Fanatiker auf Mohammed-Karikaturen. Wo genau denn nun der Kern seines Problems mit der Fotomontage liegt, wird im gesamten Artikel nicht wirklich klar.

Darf man für die derzeitige bizarre und in der gesamten Nachkriegsgeschichte einmaligen politischen Situation in Deutschland keine historischen Vergleiche suchen? Warum versucht der Autor mehrfach krampfhaft, so einen Vergleich zu kriminalisieren? Wem soll so ein Vergleich schaden? Dient so ein Vergleich, selbst wenn man zum Schluss kommen sollte, das Äpfel gerade keine Birnen sind, nicht letztendlich einem Erkenntnisgewinn?

Im Übrigen irrt der Autor, wenn er meint, dass ein Vergleich automatisch eine Gleichsetzung ist. Ein Bild alleine setzt überhaupt nichts gleich. Es ist der Autor, der eine Gleichsetzung herbeidichtet, um anschließend gleich noch einige böswillige Unterstellungen oben darauf packen zu können. Oder hat er einfach die Anspielungen des Vergleichs nicht ansatzweise verstanden?

Und wieso dürfen Vertreter des linken politischen Spektrums Andersdenkende nach blieben als „Nazi“ bezeichnen, in diesem Fall also tatsächlich gleichsetzen, ohne dass sich ein einziger Journalist je darüber beschwert hätte? Ist es nicht viel mehr so, dass sich hier einige Leute die alleinige Deutungs- und Interpretationshoheit über die Nazizeit herausnehmen möchten? Wurde nicht von genau diesen Leuten jahrzehntelang selbst mit Verweis auf die Nazizeit verglichen und gemahnt, was das Zeug hält? Also Nazivergleiche ja, aber immer nur, wenn sie dem eigenen Standpunkt nützen?

Damit wäre die Fotomontage also nichts anderes als eine Blasphemie am heiligen Narrativ, dass in unserem Land gerade alles in bester Ordnung wäre. Und das kann und darf im „besten Deutschland, das wir jemals hatten“ natürlich niemand mehr laut aussprechen, ohne einen medialen Shitsorm loszutreten, ohne diffamiert und mundtot gemacht zu werden!

Ich distanziere mich daher klar und ausdrücklich! Und zwar von jeglichen Feinden der Meinungs- und Kunstfreiheit, hinter welcher Schreibmaschine diese auch immer diese sitzen mögen!

Statement eines Geschichtslehrers

RueBor123 – Nazivergleiche verboten?